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Winterdepression: Warum der Jahreszeitenwechsel auf die Psyche schlägt – und was dir jetzt hilft.

Autorenbild: Kim Wagner
Kim Wagner
vor 5 Tagen
8 Min. Lesezeit

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und plötzlich fühlt sich alles ein bisschen schwerer an. Warum beeinflusst der Herbst unsere Stimmung und was können wir dagegen tun?

Gemütlicher Herbstabend mit dampfender Teetasse, Kerzenlicht, Notizbuch und Blick auf einen herbstlichen Wald im Sonnenuntergang.

Kennst du das?

Im Sommer warst du voller Energie, hast viel unternommen und dich lebendig gefühlt. Doch kaum werden die Tage kürzer, verändert sich etwas.

Du bist häufiger müde, weniger motiviert, vielleicht auch gereizter oder emotional empfindlicher. Manchmal tauchen sogar Ängste auf, die du während der Sommermonate kaum wahrgenommen hast.


Und vielleicht fragst du dich: Warum geht es mir plötzlich so?

Die Antwort könnte mit dem Jahreszeitenwechsel zusammenhängen.

Denn der Übergang vom Sommer in den Herbst verändert nicht nur unsere Umgebung. Er kann auch unseren Schlaf, unseren Energiehaushalt und unser psychisches Wohlbefinden beeinflussen.


Warum schlägt der Herbst auf unsere Stimmung?

Einer der wichtigsten Faktoren ist das Tageslicht.

Wenn die Tage kürzer werden, bekommt unser Körper weniger natürliches Licht. Das kann sich auf unsere innere Uhr auswirken, die unter anderem unseren Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert.

Dabei spielen auch die Hormone Melatonin und Serotonin eine Rolle. Melatonin ist an der Steuerung unseres Schlafrhythmus beteiligt, während Serotonin unter anderem mit der Regulation unserer Stimmung zusammenhängt.

Die genauen Ursachen saisonaler Depressionen sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Veränderungen des Tageslichts und des biologischen Rhythmus gelten jedoch als wichtige Einflussfaktoren.

Das bedeutet: Wenn du dich im Herbst müder oder weniger energiegeladen fühlst, kann das durchaus mit den veränderten Lichtverhältnissen zusammenhängen.

Allerdings reagiert nicht jeder Mensch gleich darauf.


Kleiner Tipp: Behalte deinen Vitamin-D-Haushalt im Blick

Wusstest du, dass Vitamin D möglicherweise auch eine Rolle für unsere psychische Gesundheit spielt?

Gerade im Herbst und Winter bekommt unser Körper deutlich weniger Sonnenlicht ab. Und das hat Folgen: Denn unser Körper bildet Vitamin D hauptsächlich mithilfe der UVB-Strahlung der Sonne.

In Deutschland ist die körpereigene Vitamin-D-Produktion während der dunkleren Monate stark eingeschränkt. Unser Körper greift dann vermehrt auf seine gespeicherten Vitamin-D-Reserven zurück. Sind diese nicht ausreichend vorhanden, kann der Vitamin-D-Spiegel im Laufe der Herbst- und Wintermonate sinken.


Doch was hat das mit unserer Stimmung zu tun?

Vitamin D ist weit mehr als nur ein wichtiger Nährstoff für unsere Knochen. Im Körper wirkt es hormonähnlich und ist an verschiedenen biologischen Prozessen beteiligt. Auch in unserem Gehirn befinden sich Vitamin-D-Rezeptoren, unter anderem in Regionen, die mit unserer Stimmung zusammenhängen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit niedrigen Vitamin-D-Werten häufiger unter depressiven Beschwerden leiden. Einige Metaanalysen deuten außerdem darauf hin, dass eine Vitamin-D-Supplementierung depressive Symptome verbessern kann, insbesondere bei Menschen, die bereits Beschwerden haben.

Allerdings ist noch nicht abschließend geklärt, ob ein niedriger Vitamin-D-Spiegel eine Ursache oder möglicherweise auch eine Folge depressiver Beschwerden ist.

Mein Tipp: Gerade in der dunkleren Jahreszeit kann es sinnvoll sein, deine Vitamin-D-Versorgung im Blick zu behalten. Wenn du einen Mangel vermutest, kannst du deinen Vitamin-D-Spiegel ärztlich überprüfen lassen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene bei fehlender körpereigener Vitamin-D-Bildung einen Schätzwert von 20 Mikrogramm (800 IE) täglich.

Ob eine Supplementierung für dich sinnvoll ist, hängt von deiner individuellen Versorgung ab. Sie ersetzt keine Behandlung einer Depression.

Meine persönliche Empfehlung: Ich persönlich mag die Nahrungsergänzungsmittel von Sunday Natural sehr gerne. Wenn du auf der Suche nach einem entsprechenden Produkt bist, kannst du dich dort gerne umschauen. Achte dabei auf eine angemessene Dosierung.


Winterblues oder Winterdepression – wo liegt der Unterschied?

Nicht jedes Stimmungstief im Herbst ist gleich eine Winterdepression.

Viele Menschen erleben in der dunkleren Jahreszeit einen sogenannten Winterblues. Sie fühlen sich etwas antriebsloser, schlafen mehr oder haben weniger Lust auf Unternehmungen.

Bei einer Winterdepression handelt es sich dagegen um eine Form der Depression mit saisonalem Muster.

Typische Symptome können sein:

  • Anhaltende Niedergeschlagenheit oder innere Leere

  • Deutlich weniger Freude an Dingen, die sonst guttun

  • Ausgeprägte Müdigkeit und Antriebslosigkeit

  • Ein erhöhtes Schlafbedürfnis

  • Veränderungen des Appetits

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Sozialer Rückzug

Bei einer saisonalen Depression treten die Beschwerden typischerweise wiederholt zu bestimmten Jahreszeiten auf und beeinträchtigen den Alltag deutlich.

Wichtig: Eine Winterdepression lässt sich nicht allein anhand einzelner Symptome feststellen. Wenn deine Beschwerden länger anhalten oder dich stark belasten, ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung sinnvoll.


Eine kleine Erinnerung: Nicht jedes Stimmungstief ist eine Depression

Vielleicht bemerkst du gerade, dass du emotionaler bist, schneller weinst oder dich weniger belastbar fühlst.

Bevor du diese Gefühle direkt als Depression einordnest, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Bei der Diagnose einer depressiven Episode spielen unter anderem die Art, Intensität und Dauer der Symptome eine Rolle. Typischerweise bestehen mehrere depressive Symptome über mindestens zwei Wochen.

Frage dich deshalb:

  • Seit wann fühle ich mich so?

  • Ist meine Stimmung dauerhaft gedrückt oder gibt es auch unbeschwerte Momente?

  • Habe ich noch Freude an Dingen, die mir normalerweise guttun?

  • Wie schlafe ich gerade?

  • Gibt es aktuelle Belastungen in meinem Leben?


Und wenn du menstruierst, lohnt sich noch eine weitere Frage: Wo stehe ich gerade in meinem Zyklus?

Gerade in der Zeit vor der Menstruation können hormonelle Veränderungen mit Stimmungsschwankungen, Erschöpfung, Reizbarkeit, Ängstlichkeit oder Niedergeschlagenheit einhergehen.

Bei manchen Frauen sind diese Beschwerden besonders ausgeprägt.

Es kann deshalb hilfreich sein, über mehrere Monate zu beobachten, wann bestimmte Gefühle auftreten und ob sie möglicherweise mit deinem Zyklus zusammenhängen.

Ein kleines Stimmungstagebuch kann dir dabei helfen, Zusammenhänge zu erkennen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass du deine Beschwerden einfach auf deinen Zyklus schieben solltest. PMS, eine prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) und eine Depression können sich teilweise ähneln und auch gleichzeitig auftreten.

Wenn dich deine Symptome stark belasten, hole dir bitte frühzeitig professionelle Unterstützung.


Warum können im Herbst auch Ängste und innere Unruhe zunehmen?

Vielleicht kennst du nicht nur die Müdigkeit, sondern auch dieses Gefühl, plötzlich wieder mehr zu grübeln.

Gedanken kreisen, du bist schneller angespannt oder fühlst dich emotional weniger stabil.

Nicht jede solche Veränderung wird unmittelbar durch den Jahreszeitenwechsel verursacht. Aber mehrere Faktoren können zusammenkommen.

Wir verbringen weniger Zeit draußen, bewegen uns möglicherweise weniger und verlieren manchmal Routinen, die uns während des Sommers gutgetan haben.

Auch schlechter Schlaf, anhaltender Stress und persönliche Belastungen können dazu beitragen, dass wir uns innerlich unruhiger fühlen.

Gerade wenn du ohnehin viel Verantwortung trägst oder Schwierigkeiten hast, dir ausreichend Erholung zu erlauben, kann sich das bemerkbar machen.

Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die äußeren Veränderungen zu schauen, sondern auch auf deine inneren Bedürfnisse.

Vielleicht brauchst du gerade nicht mehr Disziplin. Vielleicht brauchst du mehr bewusste Fürsorge für dich selbst.


Neue Jahreszeit, neue Routinen: Warum du deinen Alltag anpassen darfst

Denk einmal an deinen Sommer zurück.

Vielleicht bist du nach Feierabend noch an den See gefahren, hast mit Freunden auf der Terrasse gesessen oder bei einem kühlen Getränk die letzten Sonnenstrahlen genossen.

Du hast leichtere Kleidung getragen, warst länger draußen und dein Alltag hat sich ganz selbstverständlich um das schöne Wetter herum gestaltet.

Und jetzt?

Es wird früher dunkel. Die Abende werden kälter. Vielleicht fallen genau die Aktivitäten weg, die dir während des Sommers Energie gegeben haben.

Was wir dabei häufig vergessen: Nicht nur die Jahreszeit verändert sich. Auch unsere gewohnten Routinen verändern sich.

Und manchmal fehlt uns plötzlich etwas, ohne dass wir genau benennen können, was es ist.

Deshalb möchte ich dich zu etwas einladen:

Entwickle deine ganz persönlichen Herbstroutinen.

Überlege dir bewusst, welche kleinen Dinge dir in der dunkleren Jahreszeit Freude, Ruhe und Stabilität schenken könnten.

Vielleicht sind das:

  • Ein gemütlicher Spaziergang durch den bunten Herbstwald

  • Eine feste Abendroutine mit Tee, Kerzen und einem guten Buch

  • Regelmäßige Bewegung oder ein Besuch im Fitnessstudio

  • Ein gemeinsamer Kochabend mit Freunden

  • Ein warmes Bad nach einem langen Arbeitstag

  • Journaling oder eine kleine Meditation

  • Ein bewusst eingeplanter Moment nur für dich

Und hier kommt meine Lieblingsidee:

Schreibe dir eine persönliche Herbst- und Winterliste.

Sammle alles, was dir in dieser Jahreszeit guttut, und bewahre diese Liste auf.

So kannst du sie jedes Jahr wieder hervorholen, ergänzen und an deine aktuellen Bedürfnisse anpassen.

Denn vielleicht müssen wir nicht versuchen, unseren Sommeralltag krampfhaft aufrechtzuerhalten.

Vielleicht dürfen wir lernen, jede Jahreszeit auf ihre eigene Weise zu gestalten.


Innere Stabilität entsteht nicht dadurch, dass im Außen alles gleich bleibt. Sondern auch dadurch, dass wir lernen, uns selbst durch Veränderungen zu begleiten.


7 Dinge, die dir im Herbst und Winter guttun können

1. Nutze das natürliche Tageslicht

Versuche, möglichst täglich etwas Zeit draußen zu verbringen – idealerweise schon am Vormittag.

Selbst an bewölkten Tagen kann natürliches Tageslicht dabei helfen, deinen Schlaf-Wach-Rhythmus zu stabilisieren.

2. Bleibe in Bewegung

Du musst nicht jeden Tag ein intensives Training absolvieren.

Ein Spaziergang, Yoga, Tanzen oder eine andere Form der Bewegung, die dir Freude macht, kann dein psychisches Wohlbefinden unterstützen.

3. Schaffe dir kleine Routinen

Gerade wenn sich im Außen vieles verändert, können wiederkehrende Abläufe Orientierung geben.

Ein ruhiger Morgen, feste Schlafenszeiten oder eine bewusste Abendroutine können dir helfen, mehr Struktur in deinen Alltag zu bringen.

4. Nimm deine Gefühle ernst

Du musst nicht immer gut gelaunt sein.

Versuche, deine Gefühle wahrzunehmen, ohne sie sofort verändern zu müssen.

Frage dich beispielsweise:

Was fühle ich gerade? Was könnte ich brauchen? Und wie kann ich heute gut für mich sorgen?

5. Pflege deine sozialen Kontakte

Wenn wir uns niedergeschlagen fühlen, ziehen wir uns manchmal zurück.

Dabei können Gespräche, gemeinsame Aktivitäten und das Gefühl von Verbundenheit wichtige Ressourcen sein.

Du musst nicht ständig unter Menschen sein. Aber achte darauf, dass Rückzug nicht unbemerkt zu Isolation wird.

6. Gönne dir bewusste Entspannung

Stressmanagement, Atemübungen, progressive Muskelentspannung oder Meditation können helfen, mit Anspannung umzugehen.

Auch körperorientierte Methoden können dich dabei unterstützen, deine Gefühle bewusster wahrzunehmen.

Wichtig ist, herauszufinden, was dir persönlich guttut.

7. Erlaube dir, dein Tempo anzupassen

Nicht jede Jahreszeit muss sich gleich anfühlen.

Vielleicht bist du im Sommer aktiver und hast im Herbst ein größeres Bedürfnis nach Ruhe.

Du darfst darauf Rücksicht nehmen, ohne dich dafür zu verurteilen.

Achte gleichzeitig darauf, dass aus dem Bedürfnis nach Ruhe kein anhaltender Rückzug wird, der dein Wohlbefinden zusätzlich beeinträchtigt.


Was hilft bei einer echten Winterdepression?

Wenn du unter einer saisonalen Depression leidest, reichen Selbstfürsorge und Alltagsroutinen möglicherweise nicht aus.

Zu den wissenschaftlich untersuchten Behandlungsmöglichkeiten gehören insbesondere Lichttherapie, Psychotherapie und gegebenenfalls Medikamente.

Welche Behandlung geeignet ist, hängt von deinen Beschwerden und deiner persönlichen Situation ab und sollte fachlich abgeklärt werden.

Besonders wichtig ist es, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn deine Niedergeschlagenheit über mindestens zwei Wochen anhält, du kaum noch Freude empfindest oder dein Alltag deutlich beeinträchtigt ist. Bei schweren Beschwerden solltest du dich auch früher an eine Fachperson wenden.

Du musst nicht warten, bis es dir sehr schlecht geht, um Unterstützung zu suchen.


Innere Stabilität bedeutet nicht, immer glücklich zu sein

Vielleicht ist das einer der wichtigsten Gedanken, die ich dir mitgeben möchte:

Innere Stabilität bedeutet nicht, dass du dich immer gut fühlen musst.

Sie bedeutet vielmehr, einen Umgang mit deinen Gefühlen zu entwickeln, der dir auch in schwierigen Phasen Halt gibt.

Es geht nicht darum, jede unangenehme Emotion wegzudrücken.

Sondern darum, dich selbst besser kennenzulernen, deine Bedürfnisse wahrzunehmen und einen liebevolleren Umgang mit dir zu entwickeln.

Manchmal beginnt Veränderung mit einer ganz einfachen Frage:

Was brauche ich gerade wirklich?

Und vielleicht darfst du dir diese Frage in der dunkleren Jahreszeit ein bisschen häufiger stellen.


Du möchtest deine innere Stabilität stärken?

Innere Stabilität entsteht nicht von heute auf morgen. Sie entwickelt sich, wenn wir beginnen, uns selbst besser zu verstehen, unsere Bedürfnisse wahrzunehmen und bewusster mit unseren Gefühlen umzugehen.

Und manchmal ist es schön, auf diesem Weg ein wenig Begleitung zu haben.





In meinem Online-Kurs „Innere Stabilität im Alltag“ begleite ich dich 14 Tage lang mit täglichen kurzen Sprachnachrichten und wertvollen Impulsen.

Du bekommst Anregungen, wie du auch in chaotischen Zeiten, bei Veränderungen oder in Phasen des Umbruchs wieder mehr Halt in dir selbst finden kannst.

Denn du kannst nicht immer beeinflussen, was um dich herum passiert. Aber du kannst lernen, wie du dich selbst durch diese Zeiten begleitest.

Hier kannst du meinen Online-Kurs „Innere Stabilität im Alltag“ entdecken.


Du wünschst dir eine persönliche Begleitung?

In meiner psychologischen Beratung unterstütze ich Menschen dabei, ihre Gefühle besser zu verstehen, persönliche Stressmuster zu erkennen und einen gesünderen Umgang mit Belastungen zu entwickeln.

Dabei arbeite ich unter anderem mit körperorientierten Methoden, EFT und Ansätzen aus dem Stressmanagement.

Gemeinsam schauen wir, was dich gerade beschäftigt, welche Bedürfnisse vielleicht zu kurz kommen und wie du wieder mehr Verbindung zu dir selbst entwickeln kannst.


Ich begleite dich online und vor Ort in Reutlingen.

Wenn du dir Unterstützung wünschst, freue ich mich darauf, dich bei einem unverbindlichen Erstgespräch kennenzulernen.


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Hinweis: Dieser Artikel sowie mein Online-Kurs dienen der allgemeinen Information und persönlichen Weiterentwicklung. Sie ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik oder Behandlung.

 
 
 

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